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DC Must-Have – Superman – Der Mann von Morgen

„Ein mysteriöses Ereignis lässt Millionen Menschen von der Erde verschwinden – darunter Supermans geliebte Frau Lois Lane! Verzweifelt macht er sich auf die Suche nach Antworten und gerät in eine moralische Zwickmühle, die zu seiner größten Herausforderung wird!“ – Panini Comics

Mit Der Mann von Morgen bringt DC einen Band zurück, der vor allem eines ist: ein großes, nachdenkliches Superman-Experiment. Geschrieben von Brian Azzarello und gezeichnet von Jim Lee, prallen hier philosophischer Anspruch und bombastische Superhelden-Ästhetik frontal aufeinander.

Im Zentrum steht ein Superman, der zweifelt. Während auf der Erde Menschen spurlos verschwinden und globale Krisen eskalieren, sucht der Mann aus Stahl das Gespräch mit einem todkranken Priester. Es geht um Verantwortung, Glauben, Eingreifen – und um die Frage, ob Superman überhaupt noch so handeln darf, wie wir es von ihm erwarten. Das ist mutig, stellenweise unbequem und bewusst weit weg vom klassischen „Problem erkennen, Problem lösen“-Schema.

Erzählerisch ist der Band allerdings keine leichte Kost. Azzarello schreibt vielschichtig, manchmal auch sperrig. Motive bleiben bewusst vage, Dialoge sind eher gedankenschwer als zugänglich. Das kann faszinieren, fordert aber Aufmerksamkeit – und Geduld. Wer einen geradlinigen Superman-Blockbuster sucht, wird hier eher Abstand nehmen. Wer hingegen Lust auf eine moralische und philosophische Auseinandersetzung mit der Figur hat, findet viel Stoff zum Nachdenken.

Unbestrittenes Highlight ist das Artwork. Jim Lee liefert hier eine absolute Machtdemonstration ab. Jede Seite sitzt: kraftvolle Körper, ikonische Posen, detailreiche Action und eine Bildsprache, die Superman genau so zeigt, wie man ihn sehen will – größer als das Leben. Unterstützt durch Scott Williams’ Tusche und Alex Sinclairs Farben wirkt der Band visuell zeitlos und hochwertig. Allein dafür ist diese Must-Have-Edition gerechtfertigt.

Fazit:
Der Mann von Morgen ist kein Wohlfühl-Superman, sondern ein anspruchsvoller, manchmal distanzierter Blick auf den Stählernen. Die Geschichte polarisiert und wird sicher nicht jeden abholen – aber sie traut sich etwas und denkt Superman konsequent zu Ende. Zeichnerisch ist der Band über jeden Zweifel erhaben, inhaltlich eher Kopfsache als Bauchgefühl. Als DC Must-Have funktioniert er vor allem für Leser:innen, die Superman nicht nur als Symbol der Hoffnung, sondern auch als Figur mit inneren Konflikten sehen wollen.

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philippstier

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philippstier

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