
„In diesem Band erzählt Katharyn Blair (Mitautorin der Streaming-Hitserie Loki) brandneue Geschichten über die Time Variance Authority, die man auch aus dem Marvel Cinematic Universe kennt. Und auch hier geht es chaotisch zu, wenn die TVA über die Zeitlinien wachen soll. Das merkt auch Netzschwingerin Gwen Stacy, die neuerdings für die Behörde arbeitet und u. a. Miss Minutes, Wolverines Sohn Jimmy, Peggy Carter, Gambit und Loki Sylvie Laufeydottir trifft! Als Agent Mobius angegriffen wird, gehen Gwen und Co. den Geheimnissen in Raum, Zeit und den heiligen Hallen der TVA selbst auf den Grund.“ – Panini Comics
Die Time Variance Authority kennt man inzwischen vor allem aus dem MCU – doch dieser Comic beweist, dass die TVA auch jenseits der Serie hervorragend funktioniert. Zeit für neue Agenten ist kein bloßes Beiwerk zur Loki-Show, sondern ein eigenständiger, überraschend cleverer Ausflug in Marvels Zeit-Chaos.
Im Mittelpunkt steht Spider-Gwen, die als neue Agentin zur TVA stößt. Ihr Einstieg fühlt sich angenehm organisch an: Sie ist nicht einfach „cool und kompetent“, sondern sichtbar auf der Suche nach Halt, Sinn und einer neuen Rolle. Gerade weil Gwen keine echte Heimat-Zeitlinie mehr hat, passt sie thematisch perfekt zur TVA – einer Organisation, die Ordnung schaffen will, wo eigentlich nichts stabil ist.
Die Geschichte kombiniert Mystery, Sci-Fi und Humor recht ausgewogen. Der zentrale Konflikt rund um den sogenannten „Wahn“, der Menschen quer durch verschiedene Zeitlinien heimsucht, sorgt für eine angenehm unheimliche Grundstimmung. Dabei geht es weniger um großes Spektakel, sondern mehr um Fragen wie:
Was macht Erinnerungen real?
Was passiert, wenn Zeit nicht mehr trennscharf funktioniert?
Und wie viel Kontrolle sollte eine Organisation wie die TVA eigentlich haben?
Besonders gelungen ist der Ensemble-Ansatz. Neben Gwen sorgen Figuren wie Gambit oder Jimmy Hudson für Dynamik, ohne der Hauptfigur die Show zu stehlen. Die Dialoge sind flott, teilweise witzig, aber nicht überdreht. Wer nur Slapstick erwartet, wird überrascht sein – der Comic nimmt seine Prämisse durchaus ernst.
Das Artwork von Pere Pérez passt hervorragend zum Stoff: klar, farbenfroh, aber nicht steril. Die TVA wirkt gleichzeitig bürokratisch und kosmisch-abstrakt, genau so, wie man es sich vorstellt. Zeitlinien, Portale und Erinnerungsfragmente sind visuell gut unterscheidbar, ohne unübersichtlich zu werden.
Natürlich muss man ehrlich sein: Wer die Loki-Serie liebt, wird viele Parallelen erkennen. Aber das fühlt sich hier weniger wie ein Zwang an, sondern eher wie ein vertrauter Einstiegspunkt. Gleichzeitig funktioniert der Band auch für Leserinnen und Leser, die das MCU nicht verfolgt haben – alle wichtigen Konzepte werden verständlich erklärt.
Fazit:
TVA – Time Variance Authority: Zeit für neue Agenten ist ein unterhaltsamer, smarter Comic mit einer starken Hauptfigur und einer spannenden Grundidee. Kein revolutionärer Meilenstein, aber ein sehr solider, gut geschriebener Band, der Lust auf mehr TVA-Geschichten macht. Wer Spider-Gwen mag oder Spaß an Zeitreise-Sci-Fi mit Marvel-Flair hat, kann hier bedenkenlos zugreifen.