Venom 1

Dez. 22, 2025

„Nach Venom War stellen Top-Autor Al Ewing (Venom: Erbe des Königs) und Zeichner Carlos Gomez (Spider-Man) die Frage: Wer ist Venom? Beim Prozess gegen die Superschurkin Madame Masque halten sich auch Bürgermeister Luke Cage, Journalist Robbie Robertson und Heldenfreund Rick Jones im Gerichtssaal auf. Als der Anführer der Schurkenwissenschaftler von AIM angreift, stellt sich ihm ein neuer Venom entgegen. Aber wer hat sich mit dem Symbionten verbunden? Cage? Jones? Robertson? Gar Masque? Ex-Venom Dylan Brock, der bei Mary Jane Watson aufgenommen wurde, ist wild entschlossen, es herauszufinden“ – Panini Comics

Venom 1 Wer ist Venom? ist genau der richtige Band, wenn man merkt, dass eine Figur mal wieder frischen Sauerstoff braucht. Und ja, das klappt hier überraschend gut. Statt direkt mit einer epischen Bedrohung oder kosmischem Overkill einzusteigen, entscheidet sich Al Ewing für etwas deutlich Cleveres: ein Mysterium. Wer steckt aktuell hinter Venom und warum fühlt sich alles ein bisschen anders an als gewohnt?

Der Einstieg ist schnell, aber nicht überhastet. Action ist da, klar, aber sie dient eher dazu, das neue Status quo Gefühl zu etablieren. Dieser Venom wirkt fokussierter, kontrollierter und gleichzeitig gefährlicher. Nicht mehr nur Wut und Chaos, sondern etwas Kalkuliertes. Genau das macht neugierig. Man merkt sofort, dass Ewing nicht einfach Eddie Brock 2.0 erzählen will, sondern die Figur neu positioniert.

Besonders gut funktioniert das Rätselspiel. Hinweise werden gestreut, Erwartungen bewusst gelenkt und dann wieder unterlaufen. Man glaubt kurz, man hätte den neuen Wirt durchschaut, nur um wenige Seiten später wieder alles infrage zu stellen. Das liest sich angenehm leicht, ohne banal zu sein. Vor allem fühlt es sich nicht wie ein künstlicher Neustart an, sondern wie eine logische Weiterentwicklung nach den letzten großen Events.

Auch visuell überzeugt der Band. Carlos Gómez liefert einen modernen, sehr klaren Stil, der Venom massiv und bedrohlich wirken lässt, ohne ihn in Dunkelheit zu ertränken. Die Action ist gut lesbar, die Mimik stark, und der neue Look bleibt definitiv im Kopf. Ob man das goldene Element sofort liebt, sei dahingestellt, aber es hat Wiedererkennungswert und signalisiert klar: Hier beginnt etwas Neues.

Was ebenfalls positiv auffällt: Der Ton. Der Comic nimmt sich ernst, aber nicht zu ernst. Es gibt kleinere humorvolle Momente, die gut sitzen und die Geschichte auflockern, ohne Venom seine Bedrohlichkeit zu nehmen. Genau diese Balance ist schwer zu treffen und gelingt hier erstaunlich souverän.

Venom 1 ist kein lauter Paukenschlag, sondern ein clever gesetzter Startpunkt. Wer tiefen Horror erwartet, wird vielleicht noch etwas warten müssen, aber als Auftakt funktioniert dieser Band hervorragend. Er macht neugierig, wirft Fragen auf und gibt einem genau das, was ein erster Band liefern sollte: Lust auf mehr. Kein überladener Neustart, kein reines Setup Heft, sondern ein solides Fundament für einen Run, der noch einiges vorhat.

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