
„Die neue Ära der Transformers geht in die nächste Runde! Der Plan der Decepticons sieht für die Erde Terror, Zerstörung und Unterwerfung vor. Shockwave will die Autobots ein für all Mal vernichten! Optimus Prime muss seine Verbündeten auf der Erde und auf Cybertron sammeln, aber jeder glaubt, dass er der richtige Anführer ist, um beide Welten zu retten …“ – Panini Comics
Transformers 2 fühlt sich an wie der Moment, in dem klar wird, dass diese neue Reihe nicht nur ein nostalgischer Ausflug ist, sondern eine ernstzunehmende Neuinterpretation. Der Band baut nicht einfach auf dem ersten Teil auf, sondern zieht die Schrauben spürbar an. Der Konflikt wird größer, emotionaler und gleichzeitig persönlicher. Man merkt sehr deutlich, dass hier kein bloßes Roboterprügeln erzählt werden soll, sondern ein Krieg mit Konsequenzen.
Besonders stark ist die innere Zerrissenheit der Decepticons. Der Machtkampf innerhalb der eigenen Reihen verleiht ihnen mehr Tiefe als man es aus vielen früheren Versionen kennt. Starscream und Soundwave stehen nicht nur für unterschiedliche Führungsstile, sondern auch für zwei völlig gegensätzliche Visionen von Kontrolle und Ordnung. Das macht ihre Auseinandersetzungen spannender als ein klassisches Gut gegen Böse Schema.
Auf der anderen Seite bekommen die Autobots ebenfalls mehr Raum zur Entwicklung. Optimus Prime wirkt weniger wie das unerschütterliche Symbol, sondern eher wie ein Anführer, der zweifelt und trotzdem weitermacht. Gerade diese Verletzlichkeit verleiht der Figur neue Stärke. Auch die menschlichen Figuren sind besser eingebunden und fühlen sich nicht wie bloßes Beiwerk an. Carlys Wunsch, aktiv Teil des Konflikts zu werden, bringt frische Dynamik in die Geschichte und schafft eine emotionale Brücke zwischen Mensch und Cybertronier.
Zeichnerisch bleibt der Band seinem kantigen Stil treu. Die Panels sind roh, dynamisch und manchmal fast aggressiv. Nicht jeder wird diesen Look lieben, aber er passt hervorragend zur Geschichte. Der Krieg wirkt dreckig, chaotisch und brutal, genau so, wie er sich anfühlen soll. Besonders die Actionszenen haben Gewicht und Wucht, ohne dabei unübersichtlich zu werden.
Inhaltlich ist Transformers 2 weniger ein eigenständiger Höhepunkt als vielmehr ein starkes Mittelstück. Der Band nimmt sich Zeit, Spannungen aufzubauen, Figuren zu positionieren und Fronten zu verhärten. Das kann stellenweise etwas ruhiger wirken als der Auftakt, fühlt sich aber notwendig und durchdacht an. Man hat klar das Gefühl, dass hier etwas Größeres vorbereitet wird.
Unterm Strich ist Transformers 2 ein solider, emotional aufgeladener Band, der die Reihe erwachsen weiterführt. Er liefert starke Charakterarbeit, glaubwürdige Konflikte und eine düstere Atmosphäre, die gut zum neuen Ton der Serie passt. Kein reines Spektakel, sondern ein Kapitel, das Fundament legt und Lust auf das macht, was noch kommt. Für Fans, die mehr wollen als bloße Nostalgie, ist das genau der richtige Weg.