„Der junge Held Miles Morales wurde in einen Vampir verwandelt, ist jedoch immer noch Spidey –­und tritt während Blood Hunt gegen den Verräter Blade und andere Blutsauger an. Doch ausgerechnet als Miles immer größere Schwierigkeiten hat, seinen Durst zu beherrschen, kehrt der Schurke Vulture ins Leben von Miles’ Freundin Tiana Toomes alias Starling zurück. Plus: ein überraschender Gast-Star!“ – Panini Comics

Miles Morales Spider Man Band 5 taucht mitten hinein in das Marvel Event Blood Hunt und nutzt dieses düstere Szenario überraschend effektiv für eine persönliche Geschichte. Die ewige Nacht über Manhattan, Vampire auf den Straßen und Helden, die nicht mehr das sind, was sie einmal waren, bilden die perfekte Kulisse, um Miles an seine Grenzen zu bringen. Und genau das passiert hier konsequent.

Besonders gut funktioniert, dass Miles nicht einfach nur als weiterer Teilnehmer eines Events benutzt wird. Stattdessen wird das Chaos genutzt, um ihn emotional und körperlich aus dem Gleichgewicht zu bringen. Der Moment, in dem er selbst zum Vampir wird, ist kein billiger Schockeffekt, sondern der Wendepunkt der Geschichte. Plötzlich steht nicht mehr die Frage im Raum, wie er die Stadt rettet, sondern ob er überhaupt noch Herr seiner selbst ist.

Der innere Konflikt ist die große Stärke dieses Bandes. Miles kämpft nicht nur gegen Vampire, sondern gegen Hunger, Kontrollverlust und Angst davor, jemandem zu schaden, den er eigentlich beschützen will. Gerade diese Unsicherheit fühlt sich sehr passend für die Figur an und unterscheidet ihn klar von Peter Parker. Miles wirkt verletzlich, manchmal überfordert, aber nie beliebig.

Cody Ziglar versteht es gut, Miles Stimme authentisch zu halten. Die Dialoge sind locker, ohne albern zu wirken, und treffen den richtigen Ton zwischen jugendlicher Unsicherheit und wachsender Verantwortung. Die Zusammenarbeit mit Figuren wie Dracula oder Blade fühlt sich nicht wie Fanservice an, sondern fügt sich organisch in die Story ein, auch wenn sie klar im Hintergrund bleiben.

Zeichnerisch liefert der Band solide bis starke Arbeit ab. Die nächtliche Atmosphäre sitzt, die Action ist dynamisch und gerade Miles als Vampir bekommt visuell einen eigenen, leicht unheimlichen Look. Besonders die Szenen, in denen er die Kontrolle verliert oder kurz davor steht, kippen die Panels spürbar in eine düstere Richtung, ohne den typischen Spider Man Stil komplett aufzugeben.

Nicht alles ist perfekt. Wer mit dem Blood Hunt Event nichts anfangen kann, wird hier zwangsläufig mitgezogen. Außerdem bleibt kaum Zeit zum Durchatmen, da der Band sehr stark auf Spannung und Vorwärtsbewegung setzt. Tiefere Nebenfigurenentwicklung muss dafür etwas zurückstehen.

Unterm Strich ist Miles Morales Spider Man 5 ein überraschend starker Event Band, der mehr ist als nur ein Tie in. Er nutzt das Vampir Setting, um Miles weiterzuentwickeln und ihm eine neue Art von Bedrohung entgegenzustellen, die nicht einfach weggeprügelt werden kann. Kein Meilenstein, aber ein richtig guter, stimmungsvoller Band, der zeigt, warum Miles als Spider Man längst auf eigenen Beinen steht.

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