„Einst erkor der Weltraumriese Galactus den Silver Surfer zu seinem Herold, der ihm Planeten zum Verschlingen finden sollte. In diesem Band mit fünf abgeschlossenen Episoden in Marvels multimedialer What if…?-Tradition erhalten nun andere die kosmische Macht! Mutantin Rogue stellt sich damit sogar gegen den Beobachter und Galactus selbst. X-Man Gambit legt sich mit dem gierigen Collector an. Khonshus Krieger Moon Knight kämpft gegen mehrere frühere Herolde. Die junge Ghost-Spider Gwen Stacy versucht, eine fantastische Welt vor Galactus zu retten. Und der Hulk geht als Herold auf die Avengers los!“ – Panini Comics

What If Galactus Was Wäre wenn ist ein Band, der weniger durch eine große zusammenhängende Vision überzeugt, sondern eher durch seine Vielfalt an Ideen. Statt eine einzige alternative Realität bis ins Letzte auszuerzählen, setzt der Comic auf mehrere Gedankenspiele rund um die Frage, wie unterschiedliche Figuren mit der Macht und Rolle von Galactus umgehen würden. Das fühlt sich weniger wie ein Epos an, sondern mehr wie eine Sammlung kosmischer Kurzgeschichten und genau darauf sollte man sich beim Lesen einlassen.

Der Reiz des Bandes liegt vor allem darin, bekannte Marvel Figuren in eine Rolle zu stecken, die normalerweise dem Silver Surfer vorbehalten ist. Diese Perspektivwechsel machen Spaß, auch wenn sie nicht immer maximal in die Tiefe gehen. Es ist interessant zu sehen, wie unterschiedlich Charaktere auf die kosmische Bürde reagieren, selbst wenn sich bestimmte Motive wiederholen. Wer Galactus als konstante Bedrohung im Hintergrund akzeptiert und den Fokus auf die Figuren legt, bekommt solide Unterhaltung mit Marvel typischem What If Charme.

Stärken zeigt der Band vor allem in einzelnen Momenten und Bildern. Einige Szenen transportieren sehr gut die gewaltige Dimension des Kosmos und das Gefühl von Bedeutungslosigkeit angesichts einer Macht, die größer ist als jede Moral. Zeichnerisch bewegt sich das Ganze auf einem guten Niveau und liefert genau das, was man von einer kosmischen Marvel Geschichte erwartet, ohne Experimente, aber mit klarer Bildsprache.

Was man dem Comic zugutehalten muss: Er liest sich angenehm flott. Die Stories sind kurz genug, um nicht zu überfordern, und eignen sich gut für Leser, die einfach Lust auf alternative Marvel Ideen haben, ohne sich auf einen komplexen Handlungsbogen einlassen zu müssen. Gerade Fans von Galactus, die gerne sehen, wie flexibel seine Rolle interpretiert werden kann, finden hier zumindest ein paar spannende Ansätze.

Am Ende ist What If Galactus Was Wäre wenn kein Meilenstein der Reihe, aber ein ordentlicher Beitrag. Er bietet solide Unterhaltung, einige gute Gedankenexperimente und genug kosmisches Flair, um Spaß zu machen. Kein Pflichtkauf, aber ein Band, den man problemlos lesen kann, wenn man Lust auf alternative Marvel Realitäten hat und Galactus einfach gerne auf den Seiten sieht.

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